Taiwan sollte unabhängig sein

Demonstration auf der gesamten Insel für den „Tsai und Hsu“-Fall
17. Oktober 1987 bis 9. Januar 1988

Am 30. August 1987 wurde der „Hauptverband der Opfer politischer Verfolgung“ gegründet. Er  formulierte den Vorsatz „Taiwan sollte unabhängig sein“.


Die Kuomintang sah die Forderung nach Unabhängigkeit Taiwans als Provokation und inhaftierte den Sitzungsleiter Tsai Yo-Chuan (蔡有全, 1957–2017) und den Antragsteller Hsu Tsao-Teh (許曹德, 1937–2018).


Sie wurden zu zehn bzw. elf Jahren Haft verurteilt. Diese Aktion war der erste Fall von „Landesverrat“ seit der Absetzung des Kriegsrechts.  Nach diesem Vorfall forderten immer mehr Menschen die Unabhängigkeit Taiwans.

Die Unterstützer von Tsais und Hsus Forderung nach Unabhängigkeit organisierten auf der gesamten Insel Proteste, um ihrem Wunsch nach Unabhängigkeit Ausdruck zu verleihen. Dies öffnete neue Türen für Taiwans Unabhängigkeitsbewegung. Der Wunsch der Bevölkerung nach einer neuen Regierung war stärker denn je.

Der aktive Intellektuelle

Cheng Nan-jung (鄭南榕, 1947-1989)

Cheng war wie ein einsamer Phönix, von Anfang bis Ende auf seinem eigenen Kurs.

Am 12. März 1984 gründete Cheng die Wochenzeitschrift „Ära der Freiheit“ (自由時代). Sie wurde zur führenden Zeitschrift der demokratischen Oppositionsbewegung. Sie war die einzige kontinuierlich veröffentlichte Zeitschrift, und beinahe jede Ausgabe wurde von der Kuomintang verboten. Cheng dachte sich stets neue Möglichkeiten aus, die Verbote zu umgehen. Er befürwortete die völlige Redefreiheit und drängte auf Taiwans Unabhängigkeit.
 

Er war ein aktivistischer Intellektueller, der sich auch in allen Bereichen der praktischen Öffentlichkeitsarbeit engagierte, von der Planung von Straßenmärschen bis hin zu Spendensammlungen.
 

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‚Over My Dead Body‘

Die Beisetzung von Cheng Nan-jung (鄭南榕, 1947–1989), Märtyrer der Unabhängigkeitsbewegung


9. Mai 1989

Am 7. April 1989 setzte Cheng sich selbst in Brand und widersetzte sich so der Festnahme durch die Kuomintang. Er hinterließ seine Frau und eine Tochter.


Am 19. Mai 1989 kamen mehr als 40.000 Menschen zusammen, um der Prozession seiner Beisetzung beizuwohnen. Dies war eine nie dagewesene Anzahl an Personen. Sein Tod war ein Weckruf für die demokratische Bewegung.
 

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Die Selbstverbrennung des Aktivisten Chan I-Hua (詹益樺, 1957–1989)

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19. Mai 1989

„Das Volk hat das Recht auf eine Revolution gegen eine verbrecherische Regierung, und wenn es notwendig ist, dann muss man sein eigenes Leben beenden, um Widerstand zu leisten.“

(Tagebucheintrag von Chan I-Hua im April 1989)

Chan I-Hua war ein Aktivist und verbrannte sich ebenfalls selbst, um seiner Liebe für Taiwan Ausdruck zu verleihen und die Ungerechtigkeit der Regierung anzuprangern.

 

Marsch für eine neue Hoffnung

Der Marsch der „Bewegung für ein neues Land “ um die Insel

16. November 1988 bis 25. Dezember 1988

 

Die „Bewegung für friedlichen Wandel und ein neues Land“, angeführt von Huang Hua (黃華, 1939-) begann sich schnell von den Städten zu den Dörfern und von kleinen Gemeinden zu den Metropolen zu entwickeln, es wurde ein vierzigtägiger Marsch, der auf friedvolle Art die Idee der Unabhängigkeit Taiwans verbreitete. Die „Bewegung für ein neues Land“ kennzeichnete eine neue Ära für die Unabhängigkeitsbewegung, die nicht nur Sprechchöre sang, sondern auch die ersten Blaupausen für die Unabhängigkeit Taiwans zeichnete.

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