Die Macht des Volkes gegen die „Polizeigewalt“

30. November und 2. Dezember 1986

Die Rückkehr von Hsu Hsin-Liang (許信良, geb. 1941) und der Vorfall am Flughafen Taoyuan

Am 30. November kamen tausende Menschen, die zuvor in die Demokratische Fortschrittspartei eingetreten waren, zum Flughafen, um dort Hsu Hsin-Liang willkommen zu heißen. Er war 1979 infolge des Kaohsiung-Vorfalls in die USA geflohen. Nun versuchte er aus dem Exil nach Taiwan zurückzukehren, durfte aber nicht einreisen.

Als die Menschenmassen zum Eingang des Flughafengeländes kamen, standen sie Angesicht zu Angesicht mit verbarrikadierten und bewaffneten Polizisten, hinter ihnen gepanzerte Fahrzeuge und Helikopter. Dieses erschreckende Ausmaß an Polizeipräsenz war bisher noch nicht vorgekommen.

Die Polizei reagierte brutal auf die Menschenansammlung. Sie setzten Wasserwerfer und Tränengas ein, um die Menschenmenge zurückzuhalten. Die erzürnten Menschen wichen jedoch nicht zurück, sondern begannen die Barrikaden niederzureißen und sich gegen die Polizisten zu wehren. Es entbrannte ein Kampf in dem Schlagstöcke und Steine eingesetzt wurden, von allen Seiten ertönten Schreie und es floss Blut – es war wie ein Kampf um Leben und Tod.

Anklage

10. Januar 1987

Demonstration gegen die Prostitution von Minderjährigen

 

Versteckt hinter der Fassade des zivilisierten und wohlhabenden Taiwans gab es eine große Gruppe von minderjährigen Prostituierten. 92% von ihnen gehörten indigenen Völkern aus den Bergen an. Diese litten unter der Ausbeutung durch die Sexindustrie und wurden innerhalb der großen Städte stark diskriminiert.

 

Am 10. Januar 1987 fand unter dem Namen „Regenbogenprojekt“ ein Protestmarsch gegen Menschenhandel und Prostitution von Minderjährigen statt. Der Marsch startete im Rotlichtviertel. Er hatte eine Verbesserung der Umstände der minderjährigen Prostituierten zum Ziel.

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Kampf der Veteranen

5. Mai 1987


„Anrechtsscheine für Landzuteilung“

Die Veteranen galten lange Zeit als Hauptträger der nationalen Stabilität. Für ihren Einsatz im Krieg wurde ihnen Land versprochen. Nachdem diese Versprechen nicht eingehalten wurden, schlossen sich auch einige von ihnen dem Kampf gegen das Regime an. Sie gingen mit ihren
Anrechtsschein und Portraits von Chiang Kai-Shek und seinem Sohn auf die Straße und forderten ihre Schulden ein
 

Überall entbrannte Protest

11. Mai 1987


Studententag der Nationaluniversität Taiwan am 11.5.

Studentenbewegungen wurden von der Kuomintang als gefährlich angesehen. Deshalb versuchte die Partei durch den Einsatz ihrer Leute in Lehre und Verwaltung, die Kontrolle zu behalten.


Als am 11. Mai 1987 Lee Wen-Chung (李文忠, geb. 1958), ein Student der Politikwissenschaften, von der Nationaluniversität Taiwan verwiesen wurde, löste dies den größten Studentenprotest Taiwans der vergangenen 40 Jahre aus.
 

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Wir wollen nur die Felder

Bauern aus Chiayi protestieren in Taipeh


September 1986 bis Juli 1987

Die Bauern Taiwans sammelten sich vor dem Nationalen Parlament Taiwans. Dort protestierten sie dagegen, dass die Regierung sich ihre Felder aneignete und sie aus-beutete.